Geschichte des Vereins

Geschichte des Vereins

Der Musikverein Pfarrkirchen wurde 1879 in der Chronik der Volksschule Pfarrkirchen das erste Mal urkundlich erwähnt. Damals setzte sich der Verein aus Kirchen- und Hochzeitsmusikanten zusammen. Das offizielle Gründungsjahr wurde aber früher festgelegt, da der Musikverein sicherlich schon vor dieser schriftlichen Erwähnung bestand. Einen richtigen Kapellmeister gab es zu dieser Zeit noch nicht – diese Funktion wurde einfach dem dienstleistenden Lehrer Michael Ecker übertragen. Dieser war musikalisch geschult und auch als Organist tätig.

Kurz vor der Jahrhundertwende hatte die Ortsmusik schon ein besonderes Niveau erreicht und die damaligen Mitglieder waren schon einheitlich gekleidet. Zu dieser Zeit war Anton Bauer (der Urgroßvater des heutigen Bäckermeisters) als Kapellmeister des Vereins tätig. Ihm folgte um die Jahrhundertwende Anton Hauer (Hasenhauer), der die Ortsmusik Pfarrkirchen dann fast 40 Jahre leitete.

Während der Kriegsjahre löste sich die Musiziergemeinschaft zwangsläufig auf. Zu Kriegsende waren unter den heimkehrenden Soldaten einige Regimentsmusiker, welche dann maßgeblichen Einfluss auf Probenarbeit, Instrumente und Literatur hatten. Die Blasmusik erlebte in der Zwischenkriegszeit wieder einen deutlichen Aufschwung. Eine einheitliche Kleidung gab es zu dieser Zeit jedoch aus wirtschaftlicher Not nicht und auch die Instrumente waren fast durchwegs im Privatbesitz der Musikanten. Der Kern unserer Musikkapelle waren zu dieser Zeit die sogenannten „Tanzlmusikanten“. Diese waren bei den Hochzeiten teilweise mehrere Tage im Einsatz. Drei von ihnen haben die Geschichte unseres Vereins besonders geprägt. Ihre Namen wecken heute noch bei den älteren Ortsbewohnern Erinnerungen: Hauer Anton (damaliger Kapellmeister), Eibl Franz, Eibl Matthäus.

1937 gab es wieder einen Wechsel am Taktstock. Anton Hauer legte aus Altersgründen das Kapellmeisteramt zurück und wurde von Johann Leithner aus Pollmannsdorf abgelöst.

Der Einmarsch der Hitlertruppen und der daraufhin ausbrechende zweite Weltkrieg bedeutete auch für die Musikkapelle Pfarrkirchen die völlige Auflösung, da die Musikanten an die Front gehen mussten. Nach Ende des Krieges kehrten die Musikanten nach und nach zurück. In der Freude darüber, diese Zeit überstanden zu haben, wurde die Ortsmusik wieder zum Leben erweckt und die Wirtsstube im Gasthaus Scherrer wurde zum neuen Probelokal.

1953 wurde dann zum ersten Mal ein Musikfest in Pfarrkirchen veranstaltet. Gefeiert wurde das 90-jährige Bestandsjubiläum unseres Vereines, der mittlerweile in einer einheitlichen marineblauen Uniform aufmarschierte.

1964 wurden dann endlich für alle Musiker des Vereins neue Instrumente angekauft, da im Verein von hoher auf tiefe Stimmung umgestellt wurde. Dieser Ankauf konnte nur aufgrund einer gemeindeweiten Sammelaktion realisiert werden. Die neuen Instrumente waren ein wichtiger Grundstein für die Weiterentwicklung der musikalischen Qualität im Verein. Schon zwei Jahre später (1966) gab es dann eine Neueinkleidung. Rock und Hose waren stahlgrau und die schwarze Samtweste war mit bunten Blumen bestickt. Ein schwarzer Hut mit grünem Band machte die neue Uniform komplett.

Direktor Ludwig Fahrner war von 1951 bis 1974 Kapellmeister des Vereins. Der damalige Vorstand bestand aus den Obmännern Anton Fenk und Karl Scherrer und den Kapellmeisterstellvertretern Karl Öhlinger und Ernst Wieser.

Bereits 1977 gab es wieder eine Neueinkleidung. Viele erinnern sich noch an die sogenannte „alte“ Uniform des Vereins: moosgrüner Rock mit schwarzem Kragen, schwarze Hose, Faltenrock für die Damen, weinrot geblümte Weste und ein schwarzer Hut. Kapellmeister war damals Eduard Huber und als Obmann war Direktor Ewald Eckerstorfer tätig.

1978 trat der Kapellmeister Eduard Huber zurück und der Obmann Eckerstorfer musste die provisorische Leitung der Kapelle übernehmen. Aus der Übergangslösung wurde dann eine Dauerlösung und Direktor Ewald Eckerstorfer wurde zum Kapellmeister. Josef Andorfer aus Berg übernahm die frei gewordene Stelle des Obmannes und schuf mit großen Bemühungen einen eigenen Probenraum im Dachgeschoß des Volksschulgebäudes. Dieser Raum wurde 1983 als offizielles Musikheim eingeweiht.

1986 nahm unser Verein erstmals bei der Marschwertung in St. Veit teil.

1987 veranstaltete der Musikverein Pfarrkirchen anlässlich des 125-jährigen Bestandsjubiläums das zweite Mal ein Bezirksmusikfest. Damals zählte der Verein 41 Mitglieder, und nur 7 davon waren weiblich. Marketenderinnen gab es zu dieser Zeit noch keine. Nach diesem erfolgreichen Musikfest hat Ludwig Mayrhofer sen. 1988 die Leitung des Vereins als Obmann übernommen. Während der Vater noch als Obmann tätig war, übernahm der Sohn Ing. Ludwig Mayrhofer jun. 1991 die musikalische Leitung des Vereins.

Die Zahl der Mitglieder stieg weiter an und schon bald wurde das Musikheim im Dachgeschoss zu klein. Ab 1993 wurde mit dem Saal des Gasthauses Höglinger eine Übergangslösung gefunden, doch vor allem im Winter war hier die Probenarbeit aufgrund der Kälte äußerst ungemütlich. Die endgültige Lösung dieses Problems brachte der Anbau eines eigenen Musikheimes an die Volksschule. Nach zweijähriger Bauzeit und vielen Stunden Eigenleistung durch die Mitglieder des Musikvereins konnte am 1. Juli 2000 das neue Musikheim feierlich eröffnet werden.

 

 

 

 

 

Ein weiterer Meilenstein in der jüngeren Vereinsgeschichte ist unsere aktuelle Musiktracht. Die seit 1977 getragene Tracht war in die Jahre gekommen und verschiedene Stoffe für Neuanschaffungen und Änderungen waren nicht mehr in den gewünschten Farben erhältlich. Es wurde die Neueinkleidung der Musikkapelle beschlossen und mit Hilfe der großzügigen finanziellen Unterstützung der Gemeindebevölkerung konnten wir schließlich 1998 erstmalig mit der heutigen Tracht ausrücken.

2001 übernahm die Position des Obmannes Herwig Stadler aus Hochetting. Die Funktionsperioden der Obmänner wurden ab diesem Zeitpunkt kürzer und schon 2004 wurde Herwig von Herbert Thorwartl an der Spitze des Vereins abgelöst. 2007 war es dann in Sachen Vereinsvorstand Zeit für die erste Frau in dieser Position. Helene Sageder war nicht nur in Pfarrkirchen sondern im ganzen Bezirk die erste Obfrau eines Musikvereins. 2008 wurde unser Verein dann für das vielfältige und umfangreiche Engagement mit dem Blasmusikpreis ausgezeichnet. Helene hat ihre Vorreiterrolle offensichtlich gut gemacht und wurde 2010 gleich von zwei Frauen, Sabine Stallberger und Barbara Mandl, abgelöst.

2013 feierten wir wieder ein Jubiläum – unser 150-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass veranstalteten wir ein drittes Mal das Bezirksmusikfest. An dieses Fest erinnert sich heute noch jeder, da es mit der einzigartigen Kulisse des Golfplatzes und der großen Teilnehmerzahl auch in die Geschichte des Bezirksverbandes einging.

Nach der erfolgreichen Austragung des Musikfestes waren wir dann verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Obmann oder einer Obfrau. Diese wichtige Funktion wurde schlussendlich von einem Team übernommen. Andrea Mairhofer, Andrea Wullner und Karl Mayrhofer geben jetzt im Vorstand und auch im Verein den Ton an. Mit der neuen Leitung erlebte auch das Gesellschaftsleben des Vereins wieder einen neuen Aufschwung und die Ordnung im Musikverein wurde wiederhergestellt.

In unserem Verein hat sich seit den Gründungsjahren offensichtlich vieles verändert. Die Tracht wurde mehrmals gewechselt und auch die Ausbildung der Musiker/innen hat stark an Qualität zugenommen. Früher gab es keine wirklichen Musiklehrer/innen – die Jungmusiker/innen erlernten ihr Instrument einfach bei einem aktiven Musikanten. Heute wird schon mehr von den Jungen gefordert. Bevor sie überhaupt im Verein mitspielen dürfen, müssen sie das Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze ablegen. Auch die heiß diskutierte Frauenquote haben wir in unserem Verein mit nahezu 50% bereits fast erfüllt, denn heute ist es schließlich ganz normal, als Frau ein Instrument zu erlernen.

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